Magic Girls


Hey!
Hier sind alle Teile von der Geschichte ‚Magic Girls‘.
Viel Spaß! 😀

Sandy

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Es war Freitag und Mary & ich hatten gerade Schule aus. Auf dem Heimweg redeten wir über den Vokabeltest. Man, den hatten wir beide mal wieder voll verhauen! Kein Wunder, wenn Mister Kowski auch immer nach Lust und Laune einen Vokabeltest macht. Aber die Laune ließen wir uns selbst nach dem Vokabeltest nicht vermiesen. Doch da passierte etwas Seltsames: Der Himmel wurde schwarz und eine große, bedrohliche Wolke kam immer näher zu uns. Jetzt stand sie genau über uns. Aber es wurde noch komischer! Denn eine tiefe, unheimliche Stimme ertönte: „Hallo Mary und Fairy!“ Ich versuchte Mary und mir Mut zu machen: „Ach, das ist nur Mister Kowski!“ Aber ich glaubte selber nicht daran. Die Stimme kam nämlich nicht von hinten und auch nicht von vorne, sondern von oben! Das musste die Wolke sein. Die dunkle Stimme kam wieder: „Ihr wurdet außerwählt! Glaubt mir, ihr habt Zauberkräfte.“ Ich konnte im Moment an nichts anders denken als „WEG HIER!“ Und wir rannten beide so schnell wir konnten zu mir nachhause. Wieso wurden grade wir außerwählt? Und für was? Und außerdem gab es Zauberkräfte doch gar nicht! Oder vielleicht doch??

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Mary blieb die ganze Nacht über noch bei mir. Mitten um 2 Uhr nachts wachte ich auf. Ich musste dringend aufs Klo, fand aber die Tür nicht. Verflixt, wo war meine Taschenlampe jetzt schon wieder? Genau in dem Moment drehte sich Mary um. Ihre Hand leuchtete! Einfach so! Das war echt gruselig. Aber es war wirklich Marys Hand! „Mary, wach auf“, schrie ich laut und Mary wurde tatsächlich wach. „Was?“ Sie war noch ziemlich verschlafen. Ich zeigte auf ihre Hand. Sie leuchtete immer noch. Wir starrten uns beide entsetzt an. Es konnte nicht anders sein, Mary hatte Zauberkräfte! Mary konnte Licht mit ihrer Hand zaubern… und was konnte ich dann??

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Ich wachte noch ziemlich verschlafen auf. Wir hatten die ganze Nacht darüber gegrübelt, wie das mit Marys Hand passieren konnte. Aber einen Gefallen hatten wir schon daran gefunden: Wir brauchten jetzt keine Taschenlampe mehr!! „Grrr, grr!“ machte es plötzlich. Wir schauten uns um und sahen eine Taube auf dem Fenstersims sitzen. „He, schau mal, sie hat einen Brief im Schnabel!“, bemerkte ich. Die Taube ließ den Brief fallen und flog weg. „He, zeig mal, was da draufsteht“, meckerte Mary. Ich wollte den Brief aber lesen und zog fest… RATSCH machte es – wir hatten den Brief zerrissen! „Na toll“, stöhnte Mary. ‚Die sollte lieber mir den Brief nicht wegreißen‘, dachte ich. Aber ich sagte lieber nichts, sonst war sie nachher noch sauer. Nach einer Weile hatten wir den Brief zusammengepuzzelt und konnten die Nachricht lesen: „Freya… Dritte… Zauberkraft“ …mehr konnten wir nicht entziffern. Was hatte das Ganze mit Freya zu tun?? *************************************************
Heute war Montag und wir hatten wieder Schule. Schule war nicht grade unsere Lieblingsbeschäftigung und so passten wir im Unterricht meist nicht auf. Heute hatten wir nur Freya im Blick. Sie war ganz normal und so wie immer total nervig. Und sie sollte Zauberkräfte haben? Da gongte es auch schon. Endlich Pause – wurde ja auch mal Zeit. Mary und ich nahmen uns vor, Freya ganz genau zu beobachten. Wir versteckten uns hinter Büschen und da sahen wir es: Sie streckte ihre Hand zu einer verwelkten Blume und dann blühte sie wieder auf! Total komisch! Mary und ich schluckten und schauten uns an. Sie hatte Zauberkräfte, das war sicher! Dann war die Pause auch schon rum. Wir hatten Mathe. Mit Herr Kowski … Irgendwie muss Mister Kowski meine Privatgespräche im Unterricht mit Mary bemerkt haben und sagte: „Fairy, würdest du bitte aufpassen? Du kannst nachmittags kommen und dich um den Brunnen kümmern, ja?“ Am liebsten hätte ich „Nein“ gesagt, aber ich nickte nur. Der Brunnen war schon länger verstopft – aber wie sollte grade ich den reparieren? Mary meinte: „Ein bisschen Zauberkraft könnte man da schon gebrauchen.“ Ja, da hatte sie recht. Heute nachmittag finde ich heraus, was ich kann!

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Gegen 3 Uhr nachmittags holte ich wie geplant die Handschuhe, die ich beim Reparieren brauchen werde, bei unserem Hausmeister Herr Meisi ab. „Viel Erfolg!“, wünschte Herr Meisi mir. Ich fragte mich auch, wie ich es hinkriegen sollte, den Brunnen wieder laufen zu lassen. Ich stand ratlos vor dem Brunnen. „Mary, was meinst du? Soll ich erst da drehen oder an der zweiten Schraube da?“, fragte ich ratlos und zeigte auf den Brunnen. Was dann passierte, war echt unheimlich: Es sprudelte Wasser aus dem Brunnen, ohne dass ich überhaupt irgendwo gedreht hatte! Das war so wie… Zauberei! „Vielleicht war es nur Herr Meisi“, meinte Mary, aber sie glaubte selber nicht daran. Herr Meisi wusste von nichts und somit stand fest: Ich hatte Zauberkräfte! Mir wurde langsam so einiges klar. Doch ich wollte noch eins testen. Ich zeigte wieder auf den Brunnen und tatsächlich: Es war, wie ich es geahnt hatte! Ich konnte das Wasser auch erstarren lassen. Na klar, Mary hatte die Eigenschaft Licht, Freya konnte Erde und ich konnte Wasser… aber das waren nur 3 Elemente. Das Element Feuer fehlte. Wer war die Vierte?? Oder gab es überhaupt eine Vierte oder einen Vierten …. ?

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Es gongte zur Pause und Mary und mir war klar, dass wir mit Freya unter 6 Augen sprechen mussten. „Da ist sie“, sagte Mary und zeigte auf Freya. Komisch, sie hielt sich immer in der Nähe vom Blumenbeet auf. Sie weiß von ihren Zauberkräften… doch wusste sie auch, dass Mary und ich auch zaubern konnten? „Komm, wir gehen jetzt da hin und reden mit ihr“, sagte ich fest entschlossen zu Mary. Sie nickte. Als wir vor ihr standen, war ich plötzlich sprachlos. Doch dann fing Mary an: „Freya, wir haben dich gesehen. Gestern in der Pause. Und auch wir können zaubern.“ … Auch bei Freya war genau das Gleiche passiert. Ein paar Schüler kamen immer näher zu uns und wir verdrückten uns auf das Mädchenklo, damit uns keiner hörte. „Na toll, Stromausfall“, meinte Freya. Marys Hand! Sie leuchtete sofort wenn es dunkel war, und auch jetzt leuchtete sie! Wir hörten ein paar Mädels in unserer Nähe quatschen. Ihre Schritte kamen immer näher. Wir starrten uns entsetzt an. Jeden Moment würden sie im Mädchenklo sein und Marys Hand sehen. Sie durften nicht von unserem Geheimnis erfahren… was sollten wir jetzt tun?

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Panik brach aus… wo sollte Marys Hand hin? Jetzt waren die Mädchen höchstens noch drei Schritte von uns entfernt. Ich riss Freya ihren Schal weg. Es musste jetzt schnell gehen… ich wickelte um Mary’s Hand den Schal. Der Schal verdeckte ihre Hand perfekt. Ich hatte es grade noch rechtzeitig geschafft, denn genau in diesem Moment kamen die Mädchen ins Klo.

Nirgends konnten Mary, Freya und ich ungestört reden… wir mussten uns treffen. „Heute nachmittag um 3 bei mir“, schlug ich vor und die anderen nickten.

… „Wir können nicht mal unsere Zauberkräfte kontrollieren“, stellte ich fest. Mary und Freya stimmten mir zu. „Wir müssen diesen Typ, der in der Wolke geredet hat, herholen…nur wie?“, meinte Mary. „Wir rufen ihn einfach“, meinte Freya. Wir versuchten alles: „Wolkentyp, komm her! Mann-mit-dunkler-Stimme komm!“ Aber er kam nicht. Ich fluchte: „Man, du verdammter Idiot, komm jetzt auf der Stelle her!“ Und was passierte?! – Der Typ kam tatsächlich. Man sah ihm an, dass er wohl nicht mehr der Jüngste war. In der rechten Hand hielt er einen Stock. Er hatte einen langen Bart und blassblaue Augen. „Sind Sie die Stimme aus der Wolke?“, fragte ich neugierig. Der alte Mann nickte. Er war wohl bestimmt über 100 Jahre alt und sah auch genauso aus. „Du, Pinkshirt“, sagte er. Nur Freya hatte als einzige ein pinkes T-Shirt an. „Ja, wer hat denn hier sonst ein pinkes Shirt?“, fragte der Alte genervt. Wie aus dem Nichts hatte der Alte plötzlich einen Blumentopf (mit gelben Körnchen, waren wohl Samen) in der Hand. Er drückte ihn Freya in die Hand. Freya schaute ihn fragend an. „Mach schon“, sagte der Wolkentyp. Freya hielt ihre andere Hand auf den Blumentopf und konzentrierte sich stark auf die Samen. Sie bekam einen hochroten Kopf, sie wollte es unbedingt schaffen. „Pfff“, machte es plötzlich. Der Wolkentyp hatte einen Pups abgelassen… und wie der stinkte! „Magenkrämpfe“, sagte der Wolkentyp und man sah ihm an, dass er am liebsten im Erdboden versunken wäre.

….

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Der Mann meckerte: „Konzentration, bitte!“ „Wenn das bei dem Gestank von Ihrem Pups möglich ist“, konterte ich zurück und alle mussten lachen. Außer der alte Mann. Er sah mich finster an. Dann schaute er in den Blumentopf. Es ragte ein Minipflänzchen aus den Samen. Man sah dem alten Mann an, dass er mehr erwartet hätte. „Na gut“, sagte er und räusperte sich, „das reicht fürs Erste, aber Kryzia können wir damit nie besiegen“. „Kryzia?! Wer ist denn das?“, fragte Freya.

… „Kryzia ist die stärkste Zauberin von allen in der Zauberwelt, keiner konnte sie je besiegen. Außer der große Meister. Doch der starb dann… Ich habe euch 3 auserwählt, ihr sollt den Kampf gegen sie antreten. Außerdem wird euch ein Zauberaffe helfen. Kryzia hat nämlich eine Affenphobie und sie wird euch nichts antun, wenn ihr ihn in eurer Tasche habt.“ Mary, Freya und ich starrten den alten Mann aufgeregt an und waren sprachlos. Wir 3 und ein mickriger Affe sollten Kryzia, die mächtigste Zauberin von der Zauberwelt, besiegen? Das war doch unmöglich. „Ihr habt keine Zeit mehr zum Überlegen“, sagte der alte Mann, „die Zauberwelt ist in großer Gefahr.“ Der alte Mann öffnete ein Portal, dass zur Zauberwelt führte. Sollten wir wirklich gehen? Wir wissen doch gar nicht, was uns dort erwartet! Aber die Zauberwelt brauchte uns.

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Mir war mulmig zu Mute. Sollten wir 3 wirklich durch das Portal?! Wenn wir durch das Portal gehen würden, wären wir in der Zauberwelt… Wer weiß, was uns dort in der Zauberwelt erwartet. Vielleicht auch Kryzia höchstpersönlich… oder vielleicht steckten der Wolkentyp und Kryzia auch unter einer Decke?! Ach was, ich mache mir einfach zu viele Gedanken. Ich muss endlich optimistischer werden. Freya und Mary schauten mich fragend an. „Ich gehe“, sagte ich fest entschlossen. „Wir auch“, meinten Freya und Mary. Ich schloss die Augen und ging durch das Portal. Um in die Zauberwelt zu kommen, mussten der Wolkentyp und ich durch einen Tunnel kriechen… einem Tunnel mit Ratten und Mäusen. Wie eklig! Aber ich riss mich zusammen. Ich kroch weiter und weiter, gefolgt von dem Typ aus der Wolke. Der Wolkentyp versicherte mir mehrmals, dass dies der richtige Weg sei. Aber warum hörte ich Freya und Mary nicht?! Sie müssten doch auch hier durch den Tunnel… komisch! Ich wäre am liebten zurückgekrochen, um nach ihnen zu schauen, aber vielleicht haben die beiden auch nur einen Rückzieher gemacht…

Endlich war wieder Tageslicht zu sehen. Ich kroch immer schneller, ich wollte unbedingt so schnell wie möglich die Zaunerwelt sehen. Der alte Mann aus der Wolke wollte mich festhalten, doch ich steuerte wie ein Roboter auf den Ausgang des Tunnels zu. „Achtung, Kryzia ist oft hi…“, weiter kam der Wolkentyp nicht. Wir waren inzwischen aus dem Tunnel gekrochen.“Na, wen haben wir denn da?! Gleich zwei auf einmal“, sagte eine ältere Frau zu uns. Oh mein Gott, war das Kryzia, die stärkste Zauberin auf der Welt?! Ja, sie musste es sein. Flüchten war jetzt unmöglich. Was sollte ich nur tun?!

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Kryzia schwang ihren Zauberstab und murmelte irgendeinen unverständlichen Zauberspruch. Und ehe ich mich versah, war ich auch schon in einem kahlen Raum gelandet – aber nicht allein, der Wolkentyp war auch hier gelandet. Ich schaute mich im Raum um. Der raum sah einem Kerker echt ähnlich – vermutlich war es auch ein Kerker! Wie konnte ich mich nur auf so einen Schwachsinn einlassen?! „Gaaanz ruhig“, sagte ich zu mir selbst. Ich schaute mich nochmal im Raum um. Dabei fiel mir ein Loch in der Decke auf. Es war aber zu klein zum Flüchten. Über dem Wolkentyp und mir war anscheinend nochmal jemand, denn man konnte leises Gemurmel hören. Pistazienschalen fielen durchs Loch auf mich… Dann fiel mir wieder Marys Vorliebe zu Pistazien ein… ist Mary vielleicht grade über mir?!

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Es musste Mary sein. Wer ist sonst so verrückt und isst in Gefangenschaft Pistazien? Ich kicherte leise und schaute zum Wolkentyp rüber. Er schlief mal wieder. Schlafen schien eines seiner größten Hobbys zu sein.

Es war ein schlechtes Gefühl hier rumzusitzen und nichts tun zu können. Ich musste hier raus! Und zwar so schnell wie möglich. Plötzlich knirschte die Tür und Herr Pendler, der Typ, der uns immer was zum Essen und Trinken gab, kam mit zwei Tellern rein. In diesem Moment stand ich auf und prallte gegen ihn. Er flog um und ich fiel auf ihn. Herr Pendler lag da und bewegte sich nicht, aber er atmete. Ich starrte ihn lange an. Auf jeden Fall lebte er noch. Ich hatte keine Zeit, um jetzt lange über ihn nachzudenken… ich musste die Chance nutzen. Also griff ich in seine Jackentasche. Doch da war nichts, dass sich nach einem Schlüssel anfühlte. Mist! Ah doch, da ist was. Ich fischte den Gegenstand heraus – aber es war kein Schlüssel, sondern Schlaftabletten! ‚Davon hatte er sicher vorhin eine genommen und schläft deshalb jetzt‘, überlegte ich. Ja, so musste es gewesen sein. Doch den Schlüssel hatte ich immer noch nicht. Und wer weiß, wann Herr Pendler wieder aufwachen würde. Jetzt hieß es BEEILUNG! Schnell griff ich in die andere Jackentasche – doch anscheinend viel zu schnell und zu hektisch, denn plötzlich öffnete Herr Pendler seine Augen…

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…und schloss sie Gott sei Dank im nächsten Moment wieder. Ich atmete erleichert durch. Das war grade nochmal gut gegangen! Das hatte ich echt den Schlaftabletten zu verdanken, denn die zeigten ihre Wirkung. Ich durfte jetzt aber keine Zeit verlieren, deshalb griff ich wieder in die linke Hosentasche, ganz langsam, damit er nicht aufwachte. Ich brauchte nicht lange zu suchen, dann hatte ich den Schlüssel auch schon in der Hand. „Mission erledigt“, flüsterte ich und jubelte. Etwas zu laut, denn plötzlich kamen schrittartige Geräusche auf mich zu… OH NEIN! Die Einzige, die sonst noch hier war, war Kryzia! Sie musste es sein – und sie machte Hackfleisch aus mir, wenn sie sah, dass ich den Schlüssel hatte. Die Schritte wurden immer schneller. Blitzschnell steckte ich den Schlüssel in meine Hosentasche und legte mich auf den Boden, so als würde ich schlafen. Die Tür öffnete sich einen Spalt und quietschte. „Pendler“, knurrte Kryzia und ihre Stimme klang alles andere als freundlich, „schlaf zuhause, nicht hier! Das Kind hätte ausbrechen können.“ Sie rüttelte den verwirrten Herrn Pendler wach, schubste ihn nach draußen in den Flur und schloss die Tür. ‚Puuh, hab ich ein Glück‘, dachte ich erleichtert, denn fast wäre ja mein Plan schon wieder aufgeflogen. Und wenn mein Plan aufflog, war ich erledigt.

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Ich lehnte mich an die Tür und hörte zwei Stimmen. Die Stimmen von Kryzia und Herrn Pendler. Sie standen also noch immer vor der Tür und unterhielten sich leise. Zu leise, um es verstehen zu können. Doch plötzlich wurde die Stimme von Kryzia lauter: „Heute um 3 Uhr nachmittags bin ich weg. Du auch. Na ja, ich hoffe, dass du die Schlüssel hast!“ Ich erstarrte. Aber Herr Pendler kam nicht mal auf die Idee, dass die Schlüssel wegwären, er antwortete nur mit einem stummen „Ja“. Beide entfernten sich und ihre Schritte verstummten. Ich konnte genau hören, wie sich die Ausgangstür öffnete und wieder schloss. Langsam öffnete ich die Tür und schaute mich um. Die Luft war rein! Leise schlich ich raus. Den Wolkentyp ließ ich zurück, immerhin hatte er uns das alles eingebrockt und jetzt sollte er selber schauen, wie er da wieder rauskommt. Langsam schlich ich weiter und schaute mich immer um, bevor ich weiterschlich. Man weiß ja nie, ob hier noch einer war und in der nächsten Ecke auf mich lauerte. Ich starrte lange auf die Ausgangstür. Sollte ich raus – und Mary und Freya zurücklassen?! Nein, das konnte ich nicht. Ich musste sie auch befreien. Das Quietschen der Ausgangstür riss mich aus meinen Gedanken – jemand kam wieder rein! Ich musste mich verstecken… nur wo? Weit und breit war kein geeignetes Versteck. Panik brach aus. Jeden Moment ist die Tür ganz offen und ich würde entdeckt werden.

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Ich flitzte schnell in die Gaderobe und versteckte mich dort hinter einer Jacke. Gerade noch rechtzeitig, denn im nächsten Moment konnte ich auch schon sehen, wie Herr Pendler zur Tür reinkam. Er sah so aus, als würde er irgendetwas suchen. BÄÄMS! Ich erstarrte. Herr Pendler starrte auf die Gaderobe, in der ich war. Nein! Jeden Moment würde ich entdeckt werden. Der Plan – umsonst. Ich konnte es nicht glauben. Ich WOLLTE es nicht glauben, aber die Realität konnte ich nicht ändern: Herr Pendler lief auf die Gaderobe zu! Doch plötzlich stoppte er auf halbem Weg. Er stöhnte leicht auf, so als wäre ihm gerade etwas Wichtiges wieder eingefallen. Und so war es auch. Er drehte sich um und steuerte auf das Regal, dass neben der Tür stand, zu. Herr Pendler war etwas klein und musste deshalb auf Zehenspitzen stehen, um zu sehen, was im Regal stand. „Ah, da ist ja mein Hut“, sagte er erleichtert und setzte ihn sich auf.

‚Jeden Moment würde Herr Pendler wieder gehen und ich konnte endlich Mary und Freya befreien‘, dachte ich zufrieden nach. Alles lief nach meinem Plan. Doch plötzlich musste ich total laut niesen: „Hatschi!“

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Herr Pendler starrte auf die Garderobe, in der ich mich befand. „Komm da raus!“, sagte er mit finsterer Stimme, ohne seinen Blick von der Garderobe zu wenden. Mist! Er hatte mein Niesen nicht überhört. Jetzt war ich verloren. Der ganze Plan. Alles umsonst!

Plötzlich spürte ich etwas Pelziges auf meinen Füßen. War das etwa eine Jacke? Nein, das konnte nicht sein. Vorher war da noch keine. Es musste also etwas anderes sein… nur was?! Doch das war im Moment ja grade eher unwichtig. „Komm raus, ansonsten… du wirst schon sehen!“, knurrte Herr Pendler. Er zählte:“10, 9, 8… wird das heute noch was?! 7, 6, 5, 4, verdammt, komm da raus!“ Ich dachte scharf nach. Sollte ich… oder nicht?! Nee, ich bleibe hier drinnen. Vielleicht übersah mich Herr Pendler ja, wenn er die Garderobe durchsuchte. Ach Quatsch, ich mache mir nur falsche Hoffnungen! Er wird mich entdecken und ich will gar nicht wissen, was er dann mit mir macht… „3, 2, … 1!!“, zählte Pendler. „Okay, du hattest deine Chance – ich durchsuche jetzt von unten nach oben die Garderobe!“ Oh mein Gott. Ich wagte es nicht mehr zu atmen. Herr Pendler tastete von unten die Garderobe ab. „HA! Da ist was!“, schrie er laut. Oh oh. Hatte er etwa meine Füße ertastet?!
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Da lief aus der Garderobe… eine Katze raus!! Die Katze muss das Pelzige auf meinen Füßen gewesen sein. „Ach, du bist also der Einbrecher auf vier Beinen“, meinte Herr Pendler, „und ich dachte, da wäre ein richtiger Einbrecher. Tja, ich werd wohl auch immer älter.“ Puuh. Ich war einfach nur glücklich, dass er mich nicht entdeckt hat. Herr Pendler ging wieder. Er hatte keine Bedenken, dass da noch jemand in der Garderobe ist. ‚Tja, da hat er die Rechnung ohne mich gemacht’, dachte ich und kicherte leise.

Aber jetzt waren Mary und Freya an der Reihe. Die Beiden mussten befreit werden. Und zwar schnell. Aber wo waren die Beiden?! Na ja, sie mussten irgendwo ein Stockwerk über mir sein. Ich schaute mich um. Ha, da war eine Treppe! Da musste ich sicherlich hoch. Leise stieg ich die Treppe rauf und schaute mich um. Hier waren viele Gänge. Wohin sollte ich – nach rechts, nach links oder gradeaus?! Ich entschied mich für den Gang gradeaus. Mittlerweile hatte ich keine Bedenken mehr, dass hier einer war, also lief ich wieder normal. Daaa! Ein Geräusch! Ich war also nicht allein. Doch wer war hier?! Kryzia und Herr Pendler waren nicht da. Vielleicht ein, ein… Einbrecher?? Das Geräusch kam von hinten, also drehte ich mich um und lief rückwärts. BÄÄMS! Ich bin an irgendwas gestoßen… vermutlich an eine Wand. Ich tastete die „Wand“ ab, aber ich merkte gleich, dass es sich hier nicht um eine Wand handelt, sondern um einen Mensch…

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„Aaah“, schrie ich laut auf und der Mensch auch. Doch, doch… die Stimme! Sie kam mir ziemlich bekannt vor. Nein, oder? Das konnte nicht sein. Ich drehte mich langsam um. Da stand tatsächlich Mary! Ich war mit ihr zusammengestoßen! Puuh, Glück gehabt. Erleichtert fielen wir uns in die Arme. Da kam auch Freya hinter einer Ecke zum Vorschein. Wir waren wieder vollständig! „Wie habt ihr euch denn befreit?“, fragte ich verwundert. Mary meinte: „Du brauchst nur so eine Haarspangenträgerin wie Freya!“ Freya hob ihre Haarspange mir vor die Nase. Ihre Haarspange war verbogen… na klar, Mary und Freya hatten die Haarspange zu einem Schlüssel umgebogen und konnten so flüchten. „Ich zeig euch, wo’s langgeht“, sagte ich dann und führte sie zur Tür. Wir gingen alle drei raus und riefen danach gleichzeitig: “FREIHEIT!“

Doch wir glaubten unseren Augen nicht. Vor uns stand niemand anderes wie der Wolkentyp! Wie konnte er flüchten? Wir hatten ihn ja zurückgelassen… „Da, wichtige Informationen“, sagte er uns nur, ohne eine Erklärung und hielt uns ein altes und ziemlich verstaubtes Buch hin. ‚Kryzia Hambourgh’ stand darauf. Kryzia Hambourough? So hieß unsere ‚Kollegin’ also mit vollständigem Namen. Na ja, ob wir das Buch lesen sollten?! Ich weiß ja nicht. Es gehört uns nicht! Doch – andererseits! Es geht hier um die ganze Zauberwelt. Ich nickte Freya zu. „Schlag das Buch auf!“ Freya schlug die erste Seite auf. Die Seiten waren verstaubt und etwas gelblich. Und überall waren Wachsflecken. In dem Buch waren so etwas wie Tagebucheinträge. Freya lies dann laut vor, was auf den letzten Seiten stand:
’Muhaha! Die Zauberwelt wird bald MIR gehören! Nur diese drei nervigen Gören dürfen mir nicht in den Weg kommen. (An dieser Stelle war ein Wachsfleck.) Verdammt, dieser blöde Wachs! Nun ja, meine Kräfte werde ich vor ihnen verstecken. (Jetzt wurde die Schrift ziemlich klein und krakelig. Man konnte sie nicht mehr richtig lesen.) Wasser…“
Mehr konnte Freya nicht mehr entziffern. Ich schaute den Wolkentyp hilflos an: „Was tun?“ Er meinte: „Es gibt nur eine Lösung… wir müssen zu dem Wasserfall der singenden Vögeln!“ Verdutzt schaute Freya ihn an: „Zu dem … was?! Wasserfall der singenden Vögel??“. Der Wolkentyp nickte langsam. Er schlug ein paar Mal mit seinem Gehstock auf den Boden und deutete dann auf eine Richtung. „Da lang!“ Wir folgten brav. Stille. An einem urigen Baum angekommen, brach der Wolkentyp die Stille: „Passt auf. Überall lauern Gefahren!“ Wir folgten ihm weiter und schauten immer auf den Boden. Wir befanden uns in einem … in einem … Zauberwald. Ja, alles total anders hier, so geheimnisvoll und … „Da wären wir“, schnaubte der Wolkentyp. Wir waren beim Wasserfall der singenden Vögel. Das Wasser plätscherte herunter und ja, an dem Baum nebendran zwitscherten viele Vögel. Mary, neugierig wie immer, lief etwas herum und schaute sich den Wasserfall genauer an. Plötzlich schrie sie: „AAAAHH!“ Der Boden unter ihren Füßen verschwand und sie landete in einer tiefen Grube. Wir schauten nach ihr. „Alles okay. Aber hier … hier ist was!“, rief Mary nach oben.

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(Diesen Teil erzählt Mary, da nur sie in der Grube gelandet ist.)

Ich inspekzierte das Ding von mir. Ich konnte es nicht genau erkennen, da es hier unten ziemlich dunkel war. Langsam tastete ich es ab. Es war rund. Hm … was ist alles rund?! Die leckere Kirschtorte, die Tante Rosi mir immer macht und … Bei diesem (zugegeben wirklich sehr leckeren) Gedanken wurde ich hungrig. Ich suchte in meiner Jackentasche nach irgendwas Essbarem. Nichts. Ah, doch. Pistazien!

Nachdem ich die Pistazien gegessen hatte, begann ich das Ding nochmal abzutasten. In der Mitte war ein Loch! Was war rund, hatte ein Loch in der Mitte und ist in einer Grube?! Na klar, ein Tunnel! Ich wollte mich schon klein machen und durch den Tunnel kriechen. Aber dann überlegte ich, ob ich überhaupt gehen sollte. Was, wenn das wieder so eine Falle von Kryzia war?! Sicher nicht. Ich ging in den Tunnel. Wääh! War ja alles nass hier! Nichts wie raus hier!! Ich wollte grade wieder umdrehen und zurückkriechen, da stockte mir der Atem. Der Tunnel!! Er war irgendwie … geschlossen! Ich konnte nicht mehr raus!!!
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(Mary erzählt.)
Mist! Der Tunnel – zu. Ich – komm wahrscheinlich hier nie mehr raus. ‚Ganz ruhig‘, sagte ich mir. Doch ich wurde eher noch nervöser. Ich, voller Frust, griff in meine Jackentasche. Ah, eine Pistazie war da noch.

Nachdem ich die gegessen hatte, überlegte ich. Okay, raus kam ich nicht mehr, aber ich könnte ja schauen, was mich hinter dem Tunnel erwartet, oder?! Also kroch ich weiter. Und weiter und weiter. Man, war das ein langer Tunnel! Endlich war der Tunnel zuende. Ich schaute mich um, aber konnte nicht wirklich was erkennen. Es war hier stockdunkel. Was sollte ich hier?! RÜCKZUG! Ach nee, ging ja nicht. Der Tunnel war zu und ich gefangen. ‚Denk optimistisch‘, sagte ich mir. Okay, ewig rumhocken kann ich hier nicht. Wohin sollte ich laufen?! Ich lief einfach mal schnurstracks gerade aus. „Autsch“, schrie ich auf und stöhnte. Mein Kopf! Auuu … Ich bin gegen irgendetwas gelaufen, etwas hartes, etwas aus Metall oder Stahl … ich tastete das Ding vor mir ab. Ich war an eine Leiter gestoßen! Ohne Nachzudenken kletterte ich hoch. Die Leiter war total lang. Ich kletterte, kletterte und dann … war die Leiter auf einmal ganz nass! Aber nicht von mir – nee. Von einem, der erst kurz vor mir hier hochgeklettert ist und die Leiter nass gemacht hat – oder?! Ich kletterte trotzdem weiter. Endlich am Ziel! Aber ich konnte meinen Augen nicht glauben – vor mir plätscherte der Wasserfall der singenden Vögel!! Aber die anderen waren nicht hier und vorher war ich auch noch nicht hier. Nein, ich musste HINTER dem Wasserfall sein! Und das Wasser auf der Leiter kam natürlich vom Wasserfall.

Da kam mir plötzlich ein Gedankenblitz: ‚In dem Buch von Kryzia stand doch, dass sie ihre Kräfte verstecken wolle. Und dann stand da was, was wir nicht entziffern konnten. Der Wolkentyp meinte aber, da steht ‚Wasserfall der singenden Vögel‘. Nun, logischerweise, falls Kryzia ihre Kräfte wirklich hier beim Wasserfall versteckt hat – dann würde sie die Kräfte ja nicht vor dem Wasserfall versteckt haben, wo sie jeder entdecken könnte; sondern hinter dem Wasserfall!‘
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(Mary erzählt.)
Kryzias Zauberkräfte mussten also hier irgendwo sein. Nur wo? Hm, keine Ahnung. Ich holte mir eine Pistazie aus meiner Jackentasche und wollte grade reinbeißen, da bemerkte ich, das ich nur eine Pistazienschale in der Hand hatte. So ein Mist. Grrr. Jetzt saß ich hier, mit knurrendem Magen, und sollte nachdenken, wo die Zauberkräfte sein könnten. Ich kann aber nur mit vollem Magen denken! Na ja, deshalb hatte ich wohl auch ein paar Kilos zu viel auf den Rippen ….

Ich nahm meine Taschenlampe aus meiner Tasche und leuchtete ein wenig im Raum herum. Hinter mir – gings die Leiter runter, vor mir – war der Wasserfall und da an der Seite – hey, Moment mal! Da stand doch was auf einem Fels! „wheherdwh whnedwh whnietswh whdnuwh whudwh whtsriwwh whgithcämwh whnieswh.“ Hm, komisches Zeug. Ob sich hier wohl mal irgendein chinesischer Tourist verewigt hat? Na ja, keine Ahnung. ‚Oder es ist eine geheime Botschaft’, witzelte ich. Ach, das erinnert mich jetzt wieder an die alten Zeiten an der Grundschule, als Fairy und ich nicht nebeneinander sitzen durften und wir uns per Zettel verständigten. Damals hatten wir auch unsere eigene Geheimschrift … Moment – wer sagt eigentlich, dass das nicht auch eine Geheimschrift ist? Wäre doch gut möglich…

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18 Antworten to “Magic Girls”

  1. nihaapanda Says:

    Hehe, echt coole Geschichte! 🙂
    Habe sie von vorne bis hinten durchgelesen! :mrgreen:

    Mein Steinzeittest ist inzwischen gut gelaufen; Ich habe irgendwie das Gefühl, ich hab ne Zwei oder sogar eins! 😯 Tja ich denke mal, meine Methode hat geklappt, oder? 😉

    Lg Nihaa

    • sandy99blog Says:

      Cool!
      Na, nur das beste für dich 😀

  2. Kคtђเภเ Says:

    das was freya aus dem buch liest klingt ziemlich ähnlich,was in der fairy lane steht 😛

    • sandy99blog Says:

      Ach, echt ?! 😛

  3. αηтσηια-נєηηу(тσηι σ∂єя נєηηу) Says:

    Boah wie cool ^^ Gefällt mir ^^ wann schreibst du weiter?

    • sandy99blog Says:

      hm, mal schauen 😉

  4. ewapanda Says:

    wow so lang 8)

  5. ich Says:

    äh zu faul bin ich um lesen:D

    • sandy99blog Says:

      😀

  6. Naja22 Says:

    Puhh!
    Ist das viel.
    Hab nur den 1. Abschnitt gelesen.
    Der Rest ist zu viel. xD
    Sag mal wie kommst du eigentlich auf den
    Namen Mary? 🙂
    Erinnert mich i wie immer an Bloody Mary und
    andere Gruselstorys die gar nicht so gruselig
    sind. xD

  7. Tabea Martini Says:

    ähm ich will unbedingt level 20 werden ich flehe dich an ich heiße bei msp dilwen-2002- kanns du mir bitte eine freundschaftsfrage schicken ich würde mich sehr sehr sehr darüber freuen danke dir

    • sandy99blog Says:

      Okay. (:

  8. Karo.x3 Says:

    ich ahbe 1std und nbe halbe gebrauch t

  9. stacy-xD Says:

    kann mir jemand zeigen wie man seinen eigenen Blog macht???

    • Ň¡ĥᾰᾰ Says:

      Dazu musst du dich bei WordPress.com anmelden und so bekommst du dann ganz einfach einen eigenen Blog (:
      Falls du später noch genauere Fragen zum Bloggen hast, darfst du gerne mich, oder bestimmt auch Sandy fragen ^^

  10. Anastasia Bella Says:

    Boa essay ist ja geil ich steh total auf fantasy Zeug ich wirklich cool 8) RESPEKT!!!!!!

  11. Anastasia Bella Says:

    Is ja lol das du so was schreibst Respekt Ana… Geht die Geschichte Net weita??? bitte 😉

    • sandy99blog Says:

      Ich werde sie bald weiterschreiben. Musst mich nur mal dran erinnern. =)

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